Göran Gnaudschun, Fensterblick, Onna, 1967, Super-8-Filmstill, aus „Stimmen, die sich suchen”

Lebenslinien

Fotografie und Erinnern II

24. bis zum 29. August 2020

Göran Gnaudschun

Fotografie bildet die Gegenwart ab und zeigt doch immer die Vergangenheit. Sie hält fest, was vergeht und bildet den Erinnerungsspeicher für alle nachfolgenden Generationen.

Fotografische Bilder können Fährten der Erinnerung legen – wie Erzählungen, wie Dokumente oder wie die gebaute Welt.

Das Erinnern wird Thema des Workshops sein. Erinnerung ist unweigerlich mit dem eigenen Werden und mit gesellschaftlichen Veränderungen verbunden. Wer waren wir früher und wer sind wir jetzt? Wie erleben Menschen die Schauplätze ihres Lebens? Was ist Familie und wo ist die Basis unserer Identität? Wie geht die Welt durch die Zeit? Es ist möglich, dass Gewesenes seine Entsprechung in der Gegenwart findet. Durch die eigene Arbeit kann das gesellschaftliche Gedächtnis in etwas ganz Persönliches verwandelt werden, und die persönliche Erinnerung kann gesellschaftliche Relevanz erlangen.

„Lebenslinien“ ist ein Workshop über das Vergehen von Zeit. Die Teilnehmer können fremden, noch unbekannten Geschichten oder auch den eigenen nachspüren. Die Umsetzung des Themas  kann sich neben dem direkten Fotografieren der Gegenwart auch aus der Beschäftigung mit dem eigenen Fotofundus, aus dem Umgang mit  fremden Bildern oder aus dem Nachspüren der Veränderung von Orten und Menschen ergeben.

In diesem Workshop möchte ich Sie ermutigen, Bilder zu machen und mit ihnen umzugehen, Reihen zu gestalten, die sich frei bewegen können, die aus dem Kleinen kommen und das Große meinen, klar und rätselhaft zugleich. Dabei möchte ich Sie begleiten. Sie werden für das, was Sie wollen, eine Sprache, eine Form, einen fotografischen Ausdruck finden.

In diesem Workshop geht es um die selbstgewählte Arbeit, die innerhalb von sechs Tagen entstehen soll. Der Workshop wird hauptsächlich aus thematischer Grundierung, Vorträgen, dem eigenen Fotografieren, sowie Bildbesprechungen und Diskussionen bestehen. Ergänzend werden Ausstellungsbesuche und gemeinsame Abende zum Nachdenken über die eigenen Bilder anregen.

Der Workshop findet in deutscher Sprache statt. Nach dem jetzigen Wissensstand über Corona kann dieser in einer kleinen Gruppe von 4 Teilnehmern mit Abstandsregeln, Mundschutz und Desinfektionsmitteln stattfinden. Ständige Belüftung ist möglich.
Die Teilnahmegebühr beträgt 650,- Euro (inkl. 19% MwSt). Interessenten bewerben sich bitte mit 5 Bildern oder dem Hinweis auf eine eigene Website per Email bis zum 17. Juli 2020.

(Um die deutsche Sprache flüssig zu halten, wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller geschlechtlichen Identitäten.)