
Peter Truschner, Selbstportrait, 2022
Mehr als tausend Worte
Workshop zum projektbezogenen Umgang mit Text und Bild
2. und 3. Mai 2026
Es gibt eine unausweichliche Verbindung zwischen Bildern und Texten. Oft stecken hinter Fotografien Geschichten von Menschen, Orten und einer bestimmten Zeit, in der sie gemacht wurden. Sie schöpfen aus der eigenen Familiengeschichte, nähern sich fremden Lebenswelten an und schlagen eine Brücke zur Vergangenheit.
Wie sehr man auch darauf vertraut, dass ein Bild in der Lage ist, mehr zu sagen als tausend Worte, sind Bilder doch unweigerlich eingebettet in kulturelle, historische und autobiografische Zusammenhänge, die alle auch auf Texten basieren: Tagebücher, Briefe, Zeitungsartikel, Romane, Gedichte, wissenschaftliche Studien, Kritiken, Protokolle, Vorträge und auch alles, das nicht aufgezeichnet, sondern nur mündlich überliefert wird.
Ich war schon immer von diesem Zusammenspiel von Text und Bild fasziniert. Meinen Texten wurden oft starke Bilder bescheinigt, während ich Bilder und Texte wiederum gerne analysiert und in historische Zusammenhänge gesetzt habe, was schließlich zu meiner Kolumne „Fotolot“ führte. Da ich weiß, dass viele diese Faszination teilen und in ihrer Arbeit individuell umsetzen wollen, möchte ich sie mit meiner Erfahrung (Romane, Theaterstücke, Essays, Straßen- und Porträtfotografie) beim Verwirklichen ihrer Projekte unterstützen.
Der Rahmen des Workshops ist dabei bewusst weit gespannt. Er widmet sich
- Der textbasierten Recherche zu einem Arbeitsvorhaben.
- Dem Verfassen und Integrieren eigener, künstlerischer oder dokumentarischer Texte in eine künstlerische Arbeit (Fotobuch, Ausstellung).
- Der Auswahl fremder, künstlerischer oder dokumentarischer Texte für ein Projekt.
- Dem Verfassen eines eigenen kuratorischen Textes.
- Dem Schreiben einer kulturjournalistischen Kritik.
Der Workshop besteht aus Textbetrachtungen, Bildbesprechungen, inhaltlichen Gesprächen in der Gruppe, textlichen Fingerübungen und der Arbeit am eigenen Projekt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich dem Schreiben erst vorsichtig nähert, oder bereits texterfahren Anregung, Austausch und Kritik sucht.
Mit der Inspiration aus diesem Wochenende arbeiten die Teilnehmer:innen selbstständig an ihren Projekten weiter, um deren Ergebnisse vier bis sechs Wochen später in Einzelkonsultationen per Zoom mit Peter Truschner zu besprechen.
Peter Truschner ( *1967), ist freischaffender Künstler und arbeitet an der Schnittestelle von Text und Bild. Sein Blog „Fotolot” bei „Perlentaucher” ist der meist gelesene über Fotografie im deutschsprachigen Raum. Sein zweiter Roman, „Die Träumer”, wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. Seine Stücke und Libretti werden auf großen Bühnen aufgeführt (Nationaltheater Weimar, Staatstheater Karlsruhe). 2015 erscheint sein Fotobuch „Bangkok Struggle” bei Peperoni Books, 2016 gleichnamige Einzelausstellung im „Museum Moderner Kunst Kärnten“. Bei Klostermann erschien in einer Reihe mit Slavoj Zizek und Peter Sloterdijk 2021 sein Essay „Die Maske abgenommen – ein Update der historischen Beziehung von Künstler und Modell”. Er ist Mitglied der DGPh, und war 2023 Jurymitglied beim Deutschen Fotobuchpreis.
Adresse:
BerlinPhotoWorkshops, Atelier für Fotografie, Christburger Str. 18, 10405 Berlin
Kosten:
290,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Zeiten:
Sa, 02. Mai 2026: 12:00 bis ca. 19:00 Uhr
So, 03. Mai 2026: 10:00 bis 17:00 Uhr
Zoomtermin ab dem 01. Juni 2026 nach Absprache
Interessenten können sich bis zum 18. April 2026 per eMail mit einem Hinweis auf das eigene fotografische oder textliche Schaffen durch die eigene Website oder Arbeitsproben, sowie einem kurzen Statement zur Motivation bewerben.